Kausalität, Korrelation, Koinzidenz

Bei weiter fortschreitender Demenz der Volksmassen, schälen sich immer mehr zwei Lager heraus, die sich unversöhnlich gegenüberstehen: Esoteriker und Anhänger der Naturwissenschaften. Dabei behaupten beide Seiten, dem Wissen zu dienen. Die Esoteriker meinen, sie wüssten schon alles, während Wissenschaftler wissen, dass sie nur manches aber noch längst nicht alles wissen.

Früher gab es einfach nur Mediziner. Die alle mehr oder minder erfolgreich Krankheiten heilten, oder sie hervorriefen, wenn grad nichts zu heilen war. Sie arbeiteten alle mit denselben Methoden: Tränke verabreichen, hoffen, dass die helfen würden, Blut abzapfen, hoffen, dass das helfen möge, Knochen schienen, hoffen, dass sie zusammenwachsen würden. Erst mit der Zeit begannen auch Mediziner, sich wissenschaftlicher Methoden zu bedienen. Mit der Entdeckung des Bakteriums beispielsweise, erschien es vielen Medizinern fortan einleuchtend, sich vor einer Operation die Hände zu waschen. Weil sie den kausalen Zusammenhang zwischen einer Streptokokkeninfektion und einer Herzklappeninsuffizienz erkannten. Heute nennen Esoteriker solche Ärzte „Schulmediziner“ und meinen das Negativ. Während Heilpraktiker lieber mit der alten Methode weiter machen. Sie wissen schon: Globuli verabreichen, hoffen, dass das hilft, Blut abzapfen, hoffen dass es hilft, usw. Solche Zeitgenossen lassen sich durch so Spitzfindigkeiten wie „Kausalität“ nicht aus der Ruhe bringen. Mehr lesen

Das ist Papageiendeutsch, im Endeffekt.

Eine der penetrantesten Worthülsen der deutschen Sprache ist die Redewendung „im Endeffekt“, die nahezu epidemisch grassiert. Aber was bedeutet diese sinnfreie Floskel eigentlich, im Endeffekt? Als internetsüchtiger Zeitgenosse schlage ich zunächst mal in der Wikipedia nach und werde unter dem Oberbegriff „Floskel“ fündig:

„Heute ist mit einer Floskel eine inhaltsleere Sprachhülse gemeint und wird daher oft abwertend gebraucht. Nicht zuletzt durch Funk- und Fernsehmedien verbreiten sich Floskeln in der deutschen Sprache epidemisch rasch und bei ihren Verwendern subliminal. Durch ihre permanente Wiederholung entwickelt sich das Deutsch ihrer Verwender zum „Papageien-Deutsch“ (Schenk).“

Und weiter:

Beispiele: halt eben, an der/dieser Stelle, letztendlich (statt letztlich oder endlich), im Endeffekt, einfach, nicht wirklich, ein Stück weit, eh, sage ich mal, ich denke, wie gesagt (wobei der hierauf genannte Inhalt nicht zwangsweise bereits gesagt wurde) Mehr lesen

Coolness im Alter

W: Dann beginnen wir wieder mal mit unserer Podiumsdiskussion, Thema heute: die Coolness im Alter, oder „die längst überfällige Emanzipation des Alterns.“ Gäste im Studio …

Gertrud: Egon, hör auf mit dem Schlips rumzuspielen, das ist ja ekelhaft.

Egon: Der sitzt aber nich richtig, da muss ich noch durch die Schlaufe da, und dann …

Gertrud: Du brauchst doch sowieso keinen Schlips im Radio. Sieht doch keiner!

W: Ich darf mal zur Ordnung rufen. Also Gäste im Studio sind der Gerontokrat Tibor Flaussig, sowie das bekannte Eiskunstlaufpaar Gertrud und Egon Wendel. Ich werfe gleich mal die erste Frage in die Runde. Warum ist Coolness im Alter ein überfälliges Thema?

Flaussig: Weil du selber ein alter Sack geworden bist!

W: Ja, ähmm, das meinte ich aber nicht …

Gertrud: Also ich krieg immer öfter kalte Füße … ich finde schon, dass das mal thematisiert werden könnte.

Egon: Also, äh ich denke nich, dass Coolness  was mit der altersbedingten Minderdurchblutung von Akren zu tun hat, ich denke eher an Nordic Walking und so, das ist cool. Mehr lesen