Cheiss Ch!

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses leidige Thema anschneiden soll, aber es hilft ja nichts. Als Sprachtaliban muss diese Frage gestellt werden: Ist das ch ein Übel oder eine Notwendigkeit? Und warum können es so viele Menschen in Deutschland nicht aussprechen? Dazu gehören übrigens nicht nur Deutsche, sondern grundsätzlich auch viele Türken oder Araber. Dabei kennen Araber zumindest den krachenden chch-Laut, wie in „Arachnophobie“. Soll er aber „Kirche“ sagen, kommt „Kirsche“ dabei heraus.

Ich muss mich dabei an die eigene Nase fassen, denn ich selbst sage oft „schinesisch“ anstatt „chinesisch“. Woran das liegt? Es ist eindeutig Bequemlichkeit. Womit ich beim Kern des Übels bin. Denn wenn sich dialektsprechende Mitmenschen Mühe geben, sind sie durchaus imstande, ein allerliebstes ch aus ihrem Mündelein zu zaubern. Was streng dialektistisch erzogenen Menschen aber in der Tat extrem schwerfällt.

Schauen wir uns erstmal Dialekte an, die das ch fürchten, wie der Teufel das Weihwasser. Da wären zunächst die Sachsen. Dort sind es vor allem Endlaute, die verschlabbert werden. Lässt man einem Sachsen freien Lauf vernuschelt er einfach jeden Satz, und je später der Abend, desto konsequenter. Dann wären da die Hessen: sie sind absolut außerstande, ein sauberes CH abzusondern. Selbst wenn sie sisch Mühe geben und ansonsten ein blütenreines Hochdeutsch hervorbringen, so erkennt man ihre Herkunft mühelos am lässischen bzw. hessischen sch. Aber auch in allen übrigen Bundesländern grassiert das faule sch. Sogar in fast allen einschlägigen deutschsprachigen Popsongs und Schlagern. Es ist nahezu Mode geworden. Mehr lesen