Hau die Strasse!

Redewendungen sind schön und gut, und man erwartet hier eigentlich auch keine Logik. Eine Redewendung wie z.B. „das kriegen wir schon gebacken“ kann auch von Nicht-Bäckern verwendet werden, der Sinn erschließt sich ja aus der Metapher. Redewendungen sind das Salz in der Suppe, (was schon wieder eine Redewendung war) und bereichern die Sprache. Und sie sind unglaublich lustig, wenn man sie z.B. ins Englische übersetzt, wie das beliebte „Ich bring dich um die Ecke“ in „I bring you round the corner“. Auch umgekehrt machen sie Spaß, wie das englische „Hit the road“, welches einfach nur „Ich fahr dann mal los“ bedeutet, übersetzt aber zu einem verblüffenden „Ich haue die Straße“ wird. Und warum im Mann ein Kind lebt, wird ein Japaner niemals verstehen.

Wer mal drauf achtet, wird feststellen, dass unsere Sprache von Redewendungen nur so wimmelt, ja eigentlich zu einem hohen Prozentsatz fast nur aus solchen besteht. Redewendungen sind nur dann zu verstehen, wenn man den gesamten sozio-kulturellen Hintergrund einer Sprache kennt; man muss sozusagen „hineingeboren“ sein. Sprachfremde haben daher oft ein Problem damit, da sie eine Redewendung wie „jetzt hau’n wir auf die Pauke“ mit der Aufforderung verwechseln, als Schlagzeuger einem Orchester beizutreten. Oder, wie es in der Wikipedia so schön als Beispiel aufgeführt wird, können sie zwar die Begriffe „Grün“ und „Zweig“ verstehen, wissen aber noch lange nicht, wie sie „auf einen grünen Zweig“ kommen. Mehr lesen

Drive the Wechselgeld Nüsse

Jeff. Ich heiße Jeff.

Wir haben uns in den letzten Patakaustik Beiträgen vornehmlich mit dem Sprachgebaren im normalen Umgang beschäftigt. Wird langsam Zeit, dass wir uns Spezialthemen zuwenden, die uns nicht minder auf die Nerven gehen. Ein herausragendes Sujet in welchem sprachlicher Nonsens recht häufig in freier Wildbahn anzutreffen ist, stellt natürlich die Werbebranche zur Verfügung. Wobei hier natürlich nicht nur sprachliche Kriterien untersucht werden sollen, sondern ganz allgemein alles, was uns in täglichen Werbesendungen auf die Palme treibt.

Theoretisch könnten wir uns dann ein ganzes Leben lang damit beschäftigen, denn die Werbedummheit ist unendlich. Daher wollen wir uns auf einige ganz subjektiv ausgewählte Beispiele beschränken.

Harz4-Empfänger, selbständige Nachtarbeiter und ungehorsame Teenager kennen das Nachtprogramm aus dem FF. Und ab einer gewissen Uhrzeit werden da fast nur noch einschlägige Erotik-Angebote beworben. Die unfassbar dümmlich geplärrten Nullhundertneunzig fümmunfümmzich-sexsex Slogans wollen wir hier gar nicht weiter erwähnen, denn dass diese sich nicht an das Gehirn oder gar Sprachzentrum des Zuschauers wenden, sondern an einige Etagen tiefer, wird selbst dem Dümmsten schnell klar. Das einzige Bonmot, welches es hier jemals über den Dunstkreis maßloser Flachheit herausgeschafft hat, dürfte der Spruch der Domina sein, die peitschenknallend skandierte: RUF.MICH.AN. Mehr lesen

Das ist Papageiendeutsch, im Endeffekt.

Eine der penetrantesten Worthülsen der deutschen Sprache ist die Redewendung „im Endeffekt“, die nahezu epidemisch grassiert. Aber was bedeutet diese sinnfreie Floskel eigentlich, im Endeffekt? Als internetsüchtiger Zeitgenosse schlage ich zunächst mal in der Wikipedia nach und werde unter dem Oberbegriff „Floskel“ fündig:

„Heute ist mit einer Floskel eine inhaltsleere Sprachhülse gemeint und wird daher oft abwertend gebraucht. Nicht zuletzt durch Funk- und Fernsehmedien verbreiten sich Floskeln in der deutschen Sprache epidemisch rasch und bei ihren Verwendern subliminal. Durch ihre permanente Wiederholung entwickelt sich das Deutsch ihrer Verwender zum „Papageien-Deutsch“ (Schenk).“

Und weiter:

Beispiele: halt eben, an der/dieser Stelle, letztendlich (statt letztlich oder endlich), im Endeffekt, einfach, nicht wirklich, ein Stück weit, eh, sage ich mal, ich denke, wie gesagt (wobei der hierauf genannte Inhalt nicht zwangsweise bereits gesagt wurde) Mehr lesen