Drive the Wechselgeld Nüsse

Jeff. Ich heiße Jeff.

Wir haben uns in den letzten Patakaustik Beiträgen vornehmlich mit dem Sprachgebaren im normalen Umgang beschäftigt. Wird langsam Zeit, dass wir uns Spezialthemen zuwenden, die uns nicht minder auf die Nerven gehen. Ein herausragendes Sujet in welchem sprachlicher Nonsens recht häufig in freier Wildbahn anzutreffen ist, stellt natürlich die Werbebranche zur Verfügung. Wobei hier natürlich nicht nur sprachliche Kriterien untersucht werden sollen, sondern ganz allgemein alles, was uns in täglichen Werbesendungen auf die Palme treibt.

Theoretisch könnten wir uns dann ein ganzes Leben lang damit beschäftigen, denn die Werbedummheit ist unendlich. Daher wollen wir uns auf einige ganz subjektiv ausgewählte Beispiele beschränken.

Harz4-Empfänger, selbständige Nachtarbeiter und ungehorsame Teenager kennen das Nachtprogramm aus dem FF. Und ab einer gewissen Uhrzeit werden da fast nur noch einschlägige Erotik-Angebote beworben. Die unfassbar dümmlich geplärrten Nullhundertneunzig fümmunfümmzich-sexsex Slogans wollen wir hier gar nicht weiter erwähnen, denn dass diese sich nicht an das Gehirn oder gar Sprachzentrum des Zuschauers wenden, sondern an einige Etagen tiefer, wird selbst dem Dümmsten schnell klar. Das einzige Bonmot, welches es hier jemals über den Dunstkreis maßloser Flachheit herausgeschafft hat, dürfte der Spruch der Domina sein, die peitschenknallend skandierte: RUF.MICH.AN. „Drive the Wechselgeld Nüsse“ weiterlesen

Den Vortex kalibrieren, aber schnell!

Technobabbel nicht nur in SciFi-Serien sondern auch in der Esoterikszene.

Unsere Zeit ist voller faszinierender Erfindungen, fast täglich kommen neue hinzu. Das dumme daran ist, dass Menschen mit den Jahrhunderten nicht klüger geworden sind. Und unser Gehirn hat sich seit einigen tausend Jahren auch nicht mehr maßgeblich verändert.

Unsere Arroganz übrigens ebenfalls nicht.

Manche Zeitgenossen machen sich einen Spaß aus der Vorstellung, einen Steinzeitmenschen per Zeitmaschine urplötzlich aus seiner Höhle bei Neanderthal auf eine belebte Kreuzung einer Großstadt zu befördern, sagen wir mal, den Times Square in New York. Und dann beömmeln sie sich bei dem Gedanken, was der wohl für ein blödes Gesicht machen würde.

Manche schließen auch mit sich selbst Wetten ab, wie lange der Urmensch da wohl überleben würde.

Ich finde diese Vorstellung nicht wirklich lustig. Denn das tatsächliche Ergebnis wäre ernüchternd. Der Steinzeitmensch würde sich nämlich gar nicht groß darüber aufregen. Dass er jetzt von seiner Höhle in eine ihm bis dato vollkommen unbekannte Welt versetzt worden ist, würde er sich mit irgendeinem Hexenzeugs erklären und nicht weiter drüber nachdenken. Dass lautstark heranrasende Monster auf vier Rädern gefährlich für ihn sind, weiß er spätestens seit ihn ein tollwütiger Elch quer durch den Finsterwald getrieben hat. Dass sein Fellkostüm und sein knorriger Prügel in der rechten Hand nicht ganz dem modischen Zeitgeschmack entsprechen, hätte er auch recht schnell kapiert. Nur wenige Wochen später säße der Urmensch im beschlipsten Anzug an einer Cappuccino-Bar und würde mit einem Anthropologen die neusten Börsenkurse diskutieren. „Den Vortex kalibrieren, aber schnell!“ weiterlesen

Coolness im Alter

W: Dann beginnen wir wieder mal mit unserer Podiumsdiskussion, Thema heute: die Coolness im Alter, oder „die längst überfällige Emanzipation des Alterns.“ Gäste im Studio …

Gertrud: Egon, hör auf mit dem Schlips rumzuspielen, das ist ja ekelhaft.

Egon: Der sitzt aber nich richtig, da muss ich noch durch die Schlaufe da, und dann …

Gertrud: Du brauchst doch sowieso keinen Schlips im Radio. Sieht doch keiner!

W: Ich darf mal zur Ordnung rufen. Also Gäste im Studio sind der Gerontokrat Tibor Flaussig, sowie das bekannte Eiskunstlaufpaar Gertrud und Egon Wendel. Ich werfe gleich mal die erste Frage in die Runde. Warum ist Coolness im Alter ein überfälliges Thema?

Flaussig: Weil du selber ein alter Sack geworden bist!

W: Ja, ähmm, das meinte ich aber nicht …

Gertrud: Also ich krieg immer öfter kalte Füße … ich finde schon, dass das mal thematisiert werden könnte.

Egon: Also, äh ich denke nich, dass Coolness  was mit der altersbedingten Minderdurchblutung von Akren zu tun hat, ich denke eher an Nordic Walking und so, das ist cool. „Coolness im Alter“ weiterlesen