Neu: Dire Revelations

Neu: Dire Revelations
Hawks Effect – Episode 2

Hawks Effect geht in die zweite Runde. Episode 2: Dire Revelations ist ab sofort überall im Buchhandel und als Kindle bei Amazon zu bekommen. Wie wir uns erinnern, ist Laurina inzwischen in einer Welt gelandet, die sie zunächst für eine Illusion hält. Das ändert sich, als ein Militär namens Gavrael sie gefangen nimmt und ihr eröffnet, dass sie in einer anderen Welt gelandet ist. Was Laurina partout für irgendeinen Trick hält und mutmasst, man habe ihr eine Art Matrix-Droge verabreicht. Doch sie kann nicht anders, als diese fremde Welt immer mehr als echt anzuerkennen.

Doch bevor sie lange darüber nachdenken kann, landet sie vom Regen in der Traufe. Was will Athena – eine grausame Göttin, die Arenakämpfe veranstaltet – von unserer schönen Heldin? Das kriegt ihr nur raus, wenn ihr sofort, auf der Stelle unten klickt und euch die neue spannende Folge besorgt. Aber dalli!

Episode 3 ist bereits in der Pipeline und lässt euch nicht lange Zeit zum Nachdenken.

Dire Revelations bei Amazon:

Kindle Ausgabe

Paperback

Microstory Nr. 9: Der Tacho

Mitten auf der Autobahn stieg er plötzlich wie ein  Idiot in die Eisen, scherte aus und fuhr auf den Seitenstreifen.

„Was’n los? Spinnst du?“

„Warte doch’n Moment!“

Er stierte auf den Tacho.  Die letzten Meter  rollte  er aus und bremste dann sanft.

„Hurra! Ich habs mal wieder!“

„Was denn, verdammt?“

„Schau mal auf’n Tacho.“

Sie  schaute drauf.  „Wieso das denn?  Ach  so:  2017  komma neun. Okay, ganz witzig. Könn‘ wir jetz weiterfahrn?“

„Nein, nein, nein. Du verstehst nicht, kannst du ja auch gar nicht wissen! Ich hab da so ein Ritual…“

„Oh Gott ‑ er hat ein Ritual!“

„Ja  genau.  Weißt du,  ich bin ja nich besonders  abergläubisch,  aber jedesmal,  wenn der Tacho genau die  Jahreszahl und  den  Monat anzeigt,  der gerade  läuft,  dann  muß  ich einfach aussteigen und Gott dafür danken,  daß er mir dieses Jahr geschenkt hat. Und dann schenkt er mir nämlich noch ein Jahr. Kapiert? Ein Jahr ohne Sorge! Klappt immer!“

Er  stieg aus dem Wagen aus und sprang wie ein Irrer  auf dem  Seitenstreifen  herum.   Vollführte  allerlei  seltsame Verrenkungen und so’n Zeugs.  Bis ihn ein Lastwagen  erfasste und  gegen  die Leitplanke  schleuderte.  Während  sein  Blut eimerweise  über  die  Fahrbahn  rann,   öffnete  sie   die Beifahrertür, kotzte auf die Straße und murmelte: „Oh Gott.  Ich danke dir,  daß du mir ein weiteres Jahr  mit diesem Affen erspart hast.“

Microstory Nr. 11: Die Trottel von der Zeitpolizei

Es war nachts um drei, als dieser Mensch plötzlich vor mir auf der Zeil auftauchte. Ich bekam wirklich einen gewaltigen Schreck.

„Verzeihen Sie,“ sagte er milde. „Nicht erschrecken. Ich komme aus der Zukunft!“

Ich nickte nur verkrampft.

„Ich bin hier, um sie von dem Diktator zu befreien. Von Sigurd Köhler, diesem schrecklichen Tyrannen und Unterdrücker, was sagen Sie dazu?“

Ich muß ihn wohl eine Weile sprachlos angesehen haben, denn er strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Indes – ich kannte keinen Sigurd Köhler. Und einen Diktator, der einen unterdrückt, sollte man ja zumindest kennen, oder?

„Ich kenne keinen Sigurd Köhler,“ erklärte ich. „Und einen Diktator, der einen unterdrückt, sollte man doch zumindest kennen, oder?“

Er starrte mich an. „Oh.“

Dann stammelte er. „Da war wohl schon einer vor mir da.“ Und verschwand wieder wie ein Spuk.

Deutsch ist Glückssache

Wissdorf: So, wir können dann jetzt unsere Podiumsdiskussion beginnen, ich bitte die Technik mal das Publikum runterzudrehen … danke. Schöne Ausblendung übrigens. Den Applaus nachher aber bitte nicht wieder mit zu langer Verzögerung, und die Radiofuzzis möchte ich bitten, nicht wieder den letzten Satz abzuschneiden … ok! Dann fangen wir an. Das heutige Thema dieser Patakaustik Folge lautet: Wer nicht deutsch kann, kann nicht denken. Übrigens ein Ausspruch von Friedrich Sieburg. Dazu haben wir zwei hochkarätige Experten ins Studio eingeladen, die in letzter Zeit durch ihre scharfsinnigen Beobachtungen in der Sprachwelt Furore gemacht haben. Zu meiner Rechten sitzt der Altphilologe und Politsuppenkasper Professor Egon Wendel, Verfasser des Buches: Deutsch ist Glückssache … guten Abend Herr Wendel.

Wendel: Gunnahmd

… und zu meiner Linken der sattsam bekannte und überaus populäre Sprachvernudler und Wechseldrexelpexel Dr. Tibor Flaussig, Verfasser des Buches: Deutsch ist Glückssache ist von mir du Idiot.

Genauso bekannt sind aber auch seine Bestseller „Das Parfüm hab ich geschrieben du Arsch“ sowie „Die Buddenbrooks waren nur lahmarschige Krämer, Mann!“ Hallo Flaussig, du alte Ratte.

Flaussig: Du mich auch!

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Hau die Strasse!

Redewendungen sind schön und gut, und man erwartet hier eigentlich auch keine Logik. Eine Redewendung wie z.B. „das kriegen wir schon gebacken“ kann auch von Nicht-Bäckern verwendet werden, der Sinn erschließt sich ja aus der Metapher. Redewendungen sind das Salz in der Suppe, (was schon wieder eine Redewendung war) und bereichern die Sprache. Und sie sind unglaublich lustig, wenn man sie z.B. ins Englische übersetzt, wie das beliebte „Ich bring dich um die Ecke“ in „I bring you round the corner“. Auch umgekehrt machen sie Spaß, wie das englische „Hit the road“, welches einfach nur „Ich fahr dann mal los“ bedeutet, übersetzt aber zu einem verblüffenden „Ich haue die Straße“ wird. Und warum im Mann ein Kind lebt, wird ein Japaner niemals verstehen.

Wer mal drauf achtet, wird feststellen, dass unsere Sprache von Redewendungen nur so wimmelt, ja eigentlich zu einem hohen Prozentsatz fast nur aus solchen besteht. Redewendungen sind nur dann zu verstehen, wenn man den gesamten sozio-kulturellen Hintergrund einer Sprache kennt; man muss sozusagen „hineingeboren“ sein. Sprachfremde haben daher oft ein Problem damit, da sie eine Redewendung wie „jetzt hau’n wir auf die Pauke“ mit der Aufforderung verwechseln, als Schlagzeuger einem Orchester beizutreten. Oder, wie es in der Wikipedia so schön als Beispiel aufgeführt wird, können sie zwar die Begriffe „Grün“ und „Zweig“ verstehen, wissen aber noch lange nicht, wie sie „auf einen grünen Zweig“ kommen. Mehr lesen

Süddeutsche und Nordwestostdeutsche verbindet vieles. Außer der Sprache.

„Heb das mal!“

Diese Aufforderung, von einem Süddeutschen an einen NWO-Deutschen gerichtet, löst Verwirrung aus. Der NWOD ist der Ansicht, er sollte das Teil nun hoch- oder aufheben. Der SD (Süddeutsche) dagegen, meint damit, er solle es festhalten. Dieses sprachliche Missverständnis kann zu hitzigen Debatten bis hin zur offenen Prügelei führen, nur weil hier Begrifflichkeiten in anderem Kontext verwendet werden.

Wenn ein Süddeutscher zum Arzt kommt und erklärt, ihm täte „der Fuß“ weh, so fragt ein Süddeutscher Arzt einfach nur „und wo da?“, weil er weiß, dass der Süddeutsche mit Fuß all das bezeichnet, was von der Hüfte abwärts bis zu den Zehen reicht. Ein NWOD-Arzt wäre jetzt hilflos, denn er würde den Fuß untersuchen und nichts finden, weil der SD vom Knie gesprochen hatte. Mehr lesen

Wie man blöd wird

Über Klugheit wird viel geschrieben, und auch darüber, wie man sie erlangt. Klugheit. Weisheit, Wissen an sich werden vom Spirikariat der Schlaumeier gern als einzig erstrebenswerte humanistische Güter angepriesen und ihre Vertreter schauen auf das Prekariat der Dummheit verächtlich herab.

Gleichzeitig aber, und jetzt halten Sie sich fest, gleichzeitig beklagen so ziemlich alle klugen Menschen, dass die Welt von den Blöden regiert würde. Und verweisen dabei stets auf kleinhirnige Herrscher wie George W. Bush, Helmut Kohl und Florian Silbereisen. Wobei letzterer nicht als Herrscher zu betrachten ist, aber die Tatsache, dass er sich eine bildhübsche Schlagersängerin geangelt hat, macht ihn per se zum Hassobjekt der Intelligenz.

Jetzt mal eine spitzfindige Frage: Wie kann es sein, dass die Welt von Blödheit regiert wird, wenn es doch so viele Schlaumeier gibt? Ja, schenkt man den vielen Kommentaren auf Facebook den Glauben, die sie erheischen, sind alle, wirklich alle unglaublich schlau. Es kommt auch extrem selten vor, dass Menschen sich freiwillig als blöd outen. So blöd können sie also eigentlich nicht sein, denn dann könnten sie es ja tun. Und heimlich kichern, hehe reingelegt, ich bin gar nicht blöd. Tut aber keiner. Die Gefahr, tatsächlich für blöd gehalten zu werden, ist viel zu hoch, das wäre ja sowas von peinlich. Mehr lesen

Microstory Nr. 5: Fümf

Erwin glotzte sich die Augen aus dem Kopf. Nun  war  er  seit einer Woche in Kenia  und  hatte  schon allerhand gesehen.  Aber ein fünf-beiniger Elefant, dass es so etwas überhaupt  geben  konnte,  whow,  das hätte  er  nie  für  möglich gehalten.  Er ging dreimal um  das große Tier herum.

Kein Zweifel: der faltige Rüsselriese hatte fünf  Beine.  Das fünfte befand nämlich sich genau  zwischen den beiden Hinterbeinen.  Da  kam  N’gubu,  der Elefantenhüter daher.  Erwin fragte: „Hat der Fant echt fümf Beine odda was?“

N’Gubu  grinste:  „Das Quatsch mit Sosse. Bwana kein Ahnung!  Nix  sein fümftes Bein.  Sein groß Bimmel-Bammel für machen kleine Elefanten  mit Elefantenfrau.“

Microstory Nr. 3: Die Stulle

Manni stand auf dem Schulhof und packte seine Stulle aus. Mehr als’n hartes Stück Brot und ’ne Banane war nicht
dringewesen heut früh. Alex dagegen, der Pinkel, kaute genußvoll an seinem Luxus-Snack.
„Was hassen aufer Stulle?“ fragten die andern den Snobby. Der schnippte lässig mit den manikürten Greifern, machte
ganz einen auf obercool und meinte kauend: „Schokolade.“
Hey, whow!, ahten und ohten die andern. „Alex hat Schoko aufem Brot!“ Manni wurde ganz schlecht.
Dann sagte er so laut, dass alle andern es hören konnten:“Schoko is verdammt schlecht für die Zähne. Erst musste
dauernd zum Dokter, dann zieht er dir die Klunkern alle raus und am Schluß haste Dritte, wie der Direx.“
Alex war beleidigt. Schon sahen ihn die Andern mit skeptischen Blicken an.
„Schoko muß man sich erstmal leisten können“, sagte er dann mit nasalem Klang in der Stimme. Manni dacht einen Moment nach. „Klar is Schoko teuer“, gab er zu. „Aber das hier“, er hielt seinen Kanten Brot in die Höhe, „is ’ne Spezialanfertigung vom Dokter Lachmann, ihr wißt schon, der wo in der ‚Schau-zu‘ die Gesundheitstipps schreibt, und das ist nach so einem uralten, überlieferten Verfahren hergestellt worden, daß der Kanten auf gute zwanzig Märker kommt. Absolut bestens für die Zähne, voll mit Vitaminen und damit auch alles stimmt, hab ich noch die Ultra-Banane vom Direktimporter dazu. Besser kann ma gar nich essen, könnt ihr mir glauben.“
Die anderen glotzen, und staunten Mannis Kanten an und Alex war abgesagt. Mit grüner Fresse zockelte er von dannen.

co. R.Wissdorf

Gut & Böse

Um herauszufinden, ob man selbst ein böser Mensch ist, muss man zu ekligen Dingen bereit sein. Das ist ungefähr so, als würde man sich den Hintern mit der eigenen Brille abwischen und sie dann wieder aufsetzen. Die Scheiße, die man dann sieht, ist überwiegend die eigene.

Dazu sind die wenigsten Menschen bereit. Sie sind aber seltsamerweise bereit, sich die Brille am Arsch eines anderen abzuwischen und nur dessen Scheiße zu sehen. Das ist im Übrigen schon der erste Schritt. Denn der dies tut, ist bereits ein kleines bisschen böse.

Fangen wir mal mit den Dinosauriern an. Vielleicht kam ja mit ihnen das Böse in die Welt? Der brave Triceratops kaute nur Gemüse, und war ein liebes Tier. Dann kam der gemeine T-Rex und machte ihn tot. Das war wirklich böse. Nur: hätte der Triceratops zuviel von dem Gemüse gefressen, wäre das ganze Grünzeugs weg gewesen, und damit einige extrem wichtige biochemische Prozesse, die das Leben überhaupt erst ermöglichen. Insofern brauchte es also den fiesen T-Rex, um dafür zu sorgen, dass ebendiese Prozesse weiterhin garantiert sind. Mehr lesen

Microstory Nr. 2: Der Fremde

Niemand von uns wusste, woher der Fremde gekommen war. Ich kehrte gerade den Bürgersteig vor meiner Friseurstube, als er – von neugierigen Blicken verfolgt in einem umgebauten 54ger Chevy-Pickup vorbeifuhr und vor Harpers Kneipe haltmachte.Lucille zog ihre Augenbrauen nach und staffierte ihr Dekollete neu aus. Der Fremde ging hinein und verlangte einen Fizz Original. Als Joe ihm sagte, sowas kenne er nicht und Harper ihm darüberhinaus unmißverständlich klarmachte, was wir hier in Smallhirn County von Fremden hielten, die einfach reinspazierten und Fizz Originals verlangten, da guckte der Fremde uns aus schrägen Augen an. Dann verpaßte er Harper einen Kinnhaken, dass dieser hinter seinen Biergläsern verschwand und landete bei Joe einen Tritt, dass der sich auf den Boden setzte und kotzte. Der Sherriff, schmerbäuchig, keuchend angerannt, fing sich mehrere Stuhlbeine auf dem Glatzkopf ein und übt seitdem „blitzartiges Wegducken“ vor dem Badezimmerspiegel.
Ich büsste meinen oberen Schneidezahn ein (die Imitation von Doc Burnstein ist wirklich erstklassig) und die frechen Brodnick-Brothers klagen heute immer noch über Impotenz.Der Fremde entstieg den dampfenden Trümmern wie ein Schwimmer, der aus einem Pool aussteigt, enterte seinen Chevvy und startete den Motor. Die freche Lucille trat laszivhüftig an ihn heran und holte sich eine rote Backe ab. Der Fremde düste mit Karacho aus der Stadt und ließ eine Staubwolke hinter sich, die noch die Abendsonne verdunkelte. Dem hatten wir es ordentlich gezeigt, und seinen Fizz Original kann er sich in die Haare schmiern!