Lichtuniversum, Kohlenstoffwelt – und Tenebrae

Hawks Effect spielt nicht in einer einzigen Realität, sondern in mehreren – und das ist kein Zufall.

Auf den ersten Blick mag es verwirrend erscheinen: Warum mehrere Universen? Reicht nicht eines? Unsere eigene Welt ist schließlich bereits komplex genug – über 13 Milliarden Jahre alt, mit einer Ausdehnung von hunderten Milliarden Lichtjahren und unzähligen ungelösten Rätseln.

Und doch greift dieses Modell zu kurz.

Denn tatsächlich sprechen wir nicht von zwei, sondern von drei grundlegenden Ebenen der Existenz – und möglicherweise einer weiteren, die lange im Hintergrund bleibt:

  • dem Lichtuniversum (LU)
  • dem Kohlenstoffuniversum (CU)
  • und Tenebrae, dem dunklen Universum

Das Kohlenstoffuniversum (CU)

Das Kohlenstoffuniversum ist die Welt, die wir kennen.

Es umfasst alle festen, messbaren Strukturen – das gesamte fermionische Universum, aufgebaut aus Materie, wie wir sie wahrnehmen: Atome, Moleküle, Körper, Planeten. Es ist die Welt der Dinge, der Substanz, der scheinbaren Stabilität.


Das Lichtuniversum (LU)

Dem gegenüber steht das Lichtuniversum – das sogenannte Simulacron.

Es ist kein „Ort“ im klassischen Sinne, sondern eine Realität, die auf bosonischen Strukturen basiert: Energieträger, Wechselwirkungen, Informationsflüsse. Photonen, Gluonen, Z- und W-Bosonen – und möglicherweise weitere, unbekannte Formen.

Hier existiert keine feste Materie im herkömmlichen Sinn. Stattdessen bildet sich Realität aus Energie, Resonanz und Struktur.

Das Lichtuniversum ist jedoch nicht unabhängig. Es benötigt das Kohlenstoffuniversum als Grundlage – als Matrix, in der es sich stabilisieren kann.


Tenebrae – das dunkle Universum

Und dann ist da Tenebrae.

Ein Bereich, der lange außerhalb des Verständlichen liegt – weder rein materiell noch rein energetisch. Tenebrae ist nicht einfach „dunkle Materie“ im physikalischen Sinn, sondern eine eigene ontologische Ebene, die beide bekannten Universen durchdringt und zugleich übersteigt.

Während CU und LU aufeinander aufbauen und voneinander abhängen, wirkt Tenebrae wie ein dritter Pol:

  • nicht gebunden an die bekannten Strukturen
  • nicht vollständig erfassbar
  • und in gewisser Weise inkompatibel mit beiden Welten

Gleichzeitig ist es genau diese Ebene, die alles zusammenhält. Die bekannte dunkle Materie ist nur ein schwacher Ausdruck dessen, was Tenebrae in Wahrheit ist: eine verbindende, aber auch fremde Substanz, die die bekannten Universen stabilisiert – und zugleich unter Spannung setzt.


Wechselwirkungen und Übergänge

Diese drei Ebenen existieren nicht isoliert.

Sie überlagern sich, greifen ineinander, beeinflussen sich gegenseitig. Ereignisse in einem Universum können Auswirkungen in einem anderen haben – erscheinen dort jedoch oft nur als Zufall, Unschärfe oder unerklärliche Abweichung.

Ein Wechsel zwischen diesen Ebenen ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich:

Nur wenige Individuen sind in der Lage, in mehreren Universen gleichzeitig Resonanz zu erzeugen und dabei ihre Kohärenz zu bewahren.

Für alle anderen bleibt die Grenze unüberwindbar.


Einbahnstraßen – und Ausnahmen

Übergänge zwischen den Universen folgen keiner einfachen Logik.

In der Regel sind sie nicht symmetrisch.
Was aus einem Universum in ein anderes gelangt, lässt sich nicht ohne Weiteres zurückführen. Rückkehr erfordert stets die Unterstützung der jeweiligen Ebene – oder besondere Umstände.

In seltenen Fällen entstehen jedoch Resonanzen oder Kopplungen, die den Eindruck einer bidirektionalen Verbindung erzeugen. Systeme, die in unterschiedlichen Universen existieren, können sich gegenseitig beeinflussen – eine Art Spiegelung oder Steuerung über Ebenengrenzen hinweg.


Laurina Hawks – der Schnittpunkt

Und hier beginnt die eigentliche Besonderheit.

Laurina Hawks ist nicht nur eine Reisende zwischen diesen Ebenen.

Sie ist die einzige bekannte Existenz, die in sich alle drei Prinzipien vereint:

  • die materielle Struktur des Kohlenstoffuniversums
  • die energetische Resonanz des Lichtuniversums
  • und ein Fragment von Tenebrae

Gerade dieses letzte Element macht sie zu einer Anomalie.

Tenebrae ist mit den bekannten Strukturen nicht vollständig kompatibel.
Und genau deshalb kann Laurina nicht vollständig kontrolliert, gebunden oder assimiliert werden.

Sie ist kein Produkt eines Systems.
Sie ist etwas, das zwischen den Systemen existiert.


Erfahrung statt Theorie

Alle Modelle bleiben abstrakt, solange man sie nur beschreibt.

Erst durch Erfahrung werden sie greifbar.

Die Geschichte von Laurina Hawks ist daher nicht nur eine Reise durch verschiedene Welten – sondern die Entwicklung einer Figur, die beginnt zu begreifen, was diese Welten verbindet.

Und was sie trennt.


Fleurissen – Ein Roman wird flügge

Es gibt Bücher, die schreibt man. Und es gibt Bücher, die schreiben einen zurück.

Fleurissen gehört zu der zweiten Sorte.

Ich habe an diesem Roman nicht „einfach nur“ gearbeitet. Er ist über Jahrzehnte in mir herumgelaufen wie ein Tier, das man nicht zähmt, sondern höchstens füttert, damit es einen nachts schlafen lässt. Er hat sich verwandelt, ist verschwunden, wieder aufgetaucht, hat Tonlage und Richtung geändert, hat mich genervt, begeistert, überfordert, beglückt – und manchmal alles in derselben Stunde.

Und irgendwann – plötzlich und völlig unplötzlich zugleich – war er da: fertig. Nicht perfekt im Sinne von „glatt“. Sondern fertig im Sinne von: Er ist endlich er selbst.

Worum es in Fleurissen geht – und worum es wirklich geht

Auf der Oberfläche ist es eine Geschichte, die groß anfängt und immer größer wird: Ein Kind, Cesare Fleurissen, steht zwischen Blutlinien, Geheimnissen und einem Erbe, das nicht wie ein Familienalbum aussieht, sondern wie eine Waffe. Es gibt eine alte Fehde, es gibt eine Organisation, die jagt, es gibt die SOG und die „geheime Welt“, in der Dinge möglich sind, die in unserer Welt nicht einmal als Irrtum durchgehen würden.

Im Zentrum steht der Nexus: ein Werkzeug, eine „Quantenmagie“, ein poetisch-wissenschaftliches Modell – ein Hebel, der die Wirklichkeit weich machen kann. Wer ihn beherrscht, kann nicht nur Räume und Kräfte, sondern auch Zusammenhänge verbiegen. Und irgendwann steht nicht mehr die Frage im Raum, wer gewinnt, sondern ob das, was wir „Realität“ nennen, am Ende überhaupt noch eine feste Kante hat.

Aber unter dieser Handlung – und das ist die eigentliche Kraft dieses Buches – geht es um etwas anderes:

Um Herkunft. Um Schuld und Verantwortung. Um Liebe als etwas, das schützt – und manchmal auch beschädigt. Um die Frage, ob man das Schicksal austricksen kann, ohne dabei sich selbst zu verlieren.

Und um diese brutale, wunderschöne Zumutung: Dass man Dinge nicht retten kann, ohne etwas zu opfern.

Warum dieser Roman für mich „das“ Buch ist

Ich habe viele Projekte. Ich liebe mehrere Welten. Ich schreibe in verschiedenen Genres, weil mich das Leben auch nicht nur in einem Tonfall anspricht. Aber Fleurissen ist… anders.

Es ist das Buch, in dem alles zusammenläuft: mein Hang zu großen Konstruktionen, zu Mythos und Technik, zu Musik im Untergrund des Textes, zu Figuren, die nicht nur handeln, sondern tragen. Es ist ein Roman, der zugleich eine Familiengeschichte, eine metaphysische Versuchsanordnung und ein Abenteuer ist – und ja, ich gebe es zu: ein bisschen auch ein literarischer Größenwahn.

Nur dass Größenwahn manchmal genau das ist, was man braucht, um etwas zu Ende zu bringen.

Dass ich diesen Roman jetzt wirklich abgeschlossen habe, fühlt sich an wie eine Tür, die seit Ewigkeiten geklemmt hat – und die man irgendwann, ohne Pathos, ohne Trommelwirbel, einfach aufbekommt. Und dann steht man da, im Durchzug, und merkt: Es ist still. Und diese Stille ist nicht leer. Sie ist voll. Sie ist verdient.

Für wen ist Fleurissen?

  • Geschichten mögen, die atmosphärisch sind, nicht nur „plot driven“
  • eine dunkle, elegante Phantastik schätzen, die nicht in Klischees badet
  • Spaß daran haben, wenn ein Roman intelligent baut, ohne seine Seele zu verlieren
  • sich gern verführen lassen – von Florenz, von Höhlen, von Geheimnissen, von Ideen
  • und die keine Angst davor haben, dass ein Buch am Ende nicht nur „spannend“, sondern auch bewegend ist

Und jetzt? Jetzt ist Fleurissen in der Welt.

Das klingt banal, aber es ist ein Moment, den ich so nicht oft habe: Dieses Gefühl, dass ein Projekt nicht nur abgeschlossen ist, sondern abgeschlossen werden durfte. Keine Notlösung. Kein Wegdrücken. Kein „irgendwann später“. Sondern: jetzt.

Wenn du auf meiner Seite gelandet bist, weil du wissen willst, was das für ein Roman ist: Willkommen. Vielleicht ist Fleurissen dein Buch. Vielleicht auch nicht. Aber ich kann dir versprechen: Es ist nicht halbgaren Herzens geschrieben. Es ist das Gegenteil.

Und wenn du es liest, wirst du sehr schnell merken, warum ich so lange damit gerungen habe.

Denn manche Geschichten lassen einen nicht los – bis man sie endlich loslässt.

Fleurissen erscheint seit dem 1. März 2026 auf allen Portalen.