Deutsch ist Glückssache

Wissdorf: So, wir können dann jetzt unsere Podiumsdiskussion beginnen, ich bitte die Technik mal das Publikum runterzudrehen … danke. Schöne Ausblendung übrigens. Den Applaus nachher aber bitte nicht wieder mit zu langer Verzögerung, und die Radiofuzzis möchte ich bitten, nicht wieder den letzten Satz abzuschneiden … ok! Dann fangen wir an. Das heutige Thema dieser Patakaustik Folge lautet: Wer nicht deutsch kann, kann nicht denken. Übrigens ein Ausspruch von Friedrich Sieburg. Dazu haben wir zwei hochkarätige Experten ins Studio eingeladen, die in letzter Zeit durch ihre scharfsinnigen Beobachtungen in der Sprachwelt Furore gemacht haben. Zu meiner Rechten sitzt der Altphilologe und Politsuppenkasper Professor Egon Wendel, Verfasser des Buches: Deutsch ist Glückssache … guten Abend Herr Wendel.

Wendel: Gunnahmd

… und zu meiner Linken der sattsam bekannte und überaus populäre Sprachvernudler und Wechseldrexelpexel Dr. Tibor Flaussig, Verfasser des Buches: Deutsch ist Glückssache ist von mir du Idiot.

Genauso bekannt sind aber auch seine Bestseller „Das Parfüm hab ich geschrieben du Arsch“ sowie „Die Buddenbrooks waren nur lahmarschige Krämer, Mann!“ Hallo Flaussig, du alte Ratte.

Flaussig: Du mich auch!

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Sprache als Indikator für Intelligenz

In dieser Folge möchte ich mich mit einem Begriff beschäftigen, den jeder von uns tagtäglich in den Mund nimmt, oft aber nicht wirklich beherrscht. Den der Sprache selbst nämlich. Sprache ist zunächst mal ein Mittel zur Kommunikation. Das ist jedem klar. Aber was bedeutet das? Kommunikation bedeutet Verständigung und Informationsaustausch. Aber Sprache ist mehr als das. Nehmen wir ein Beispiel:

„Scheiß-Wetter heute, was?“

„Ja, Scheiß-Wetter“.

Hat dieser Dialog etwas mit Informationsaustausch zu tun? Wohl kaum, denn beide Kommunikanten wissen bereits, dass das Wetter scheiße ist. Wenn ich zu einem Zeitgenossen „Scheiß-Wetter heute“ sage, dann habe ich ihn nicht darüber informiert, dass das Wetter nicht gut ist, denn das weiß er bereits selber. Ich kommuniziere auch nicht wirklich, denn der Gegenstand der Kommunikation ist ja nichts, was kommuniziert werden müsste. Wir nennen solcherart Austausch schlicht „Small Talk“ oder auch „Bla Bla“ oder einfach „Tratsch“. Hier dient die Sprache weder der Informationsübermittlung, noch der Kommunikation, sondern hat eine rein soziale Funktion. Man könnte dem Gegenüber auch einfach nur auf die Schulter klopfen und nach oben auf die Regenwolken deuten. Dies würde verstanden, abgenickt – und damit wäre die gleiche Art sozialen Austausches erfolgt, nur eben ohne Worte. Sprache braucht also nicht unbedingt immer Worte. Mehr lesen