Microstory Nr. 2: Der Fremde

Niemand von uns wusste, woher der Fremde gekommen war. Ich kehrte gerade den Bürgersteig vor meiner Friseurstube, als er – von neugierigen Blicken verfolgt in einem umgebauten 54ger Chevy-Pickup vorbeifuhr und vor Harpers Kneipe haltmachte.Lucille zog ihre Augenbrauen nach und staffierte ihr Dekollete neu aus. Der Fremde ging hinein und verlangte einen Fizz Original. Als Joe ihm sagte, sowas kenne er nicht und Harper ihm darüberhinaus unmißverständlich klarmachte, was wir hier in Smallhirn County von Fremden hielten, die einfach reinspazierten und Fizz Originals verlangten, da guckte der Fremde uns aus schrägen Augen an. Dann verpaßte er Harper einen Kinnhaken, dass dieser hinter seinen Biergläsern verschwand und landete bei Joe einen Tritt, dass der sich auf den Boden setzte und kotzte. Der Sherriff, schmerbäuchig, keuchend angerannt, fing sich mehrere Stuhlbeine auf dem Glatzkopf ein und übt seitdem „blitzartiges Wegducken“ vor dem Badezimmerspiegel.
Ich büsste meinen oberen Schneidezahn ein (die Imitation von Doc Burnstein ist wirklich erstklassig) und die frechen Brodnick-Brothers klagen heute immer noch über Impotenz.Der Fremde entstieg den dampfenden Trümmern wie ein Schwimmer, der aus einem Pool aussteigt, enterte seinen Chevvy und startete den Motor. Die freche Lucille trat laszivhüftig an ihn heran und holte sich eine rote Backe ab. Der Fremde düste mit Karacho aus der Stadt und ließ eine Staubwolke hinter sich, die noch die Abendsonne verdunkelte. Dem hatten wir es ordentlich gezeigt, und seinen Fizz Original kann er sich in die Haare schmiern!

Sharas Märchenwelt

Sharas Märchenwelt

Shara Whitfield hat einen Märchenband herausgegeben, weil sie sich eine Sammlung mit Märchen gewünscht hat, wie sie ihr immer von ihrem Großvater erzählt wurden. Daher sind viele Grimms Märchen drin, aber auch einige völlig Unbekannte aus aller Herren (und Damen) Länder.  Die liest man nicht überall, daher lohnt es sich schon deshalb, sich diese ungewöhnliche Sammlung zuzulegen. Der wichtigste Grund ist aber: es sind vier Märchen aus meiner Feder drin. Und die wurden tatsächlich bisher noch nie irgendwo veröffentlicht worden. Eines meiner Frühwerke zB. „Die Freggel und der Zauberer“, in dem ich ein wenig Terry Prattchetmässig einen Zauberer beschreibe, der ziemlich fies ist und Beamte und Vertreter nicht leiden kann. Sehr witzig, das Ganze. Aber auch ein eher düsteres und sarkastisches Märchen über einen unsterblichen Hofnarren. Sozusagen „Bruder Lustig für Gothic Fans“.  Mehr lesen

Rael Wissdorf beim Autorensonntag

Vor einigen Jahren, genauer gesagt, im September 2015, hat Jasmin mich für ihren „Bücherleser“ Blog in ihrer Sparte „Autorensonntag“ interviewt. Ich wurde da zB gefragt, ob ich lieber roten oder grünen Wackelpudding mag. Aber auch sehr ernsthafte Dinge.

Hier ein kleiner Auszug:

EIN KURZPORTRAIT – INTUITIVE ANTWORTEN

Lieber…
….eBook oder gebundenes Buch?
Bezogen auf eigene Veröffentlichungen? Dann immer beides. Bezogen aufs Lesen? Dann bevorzuge ich inzwischen das eBook. Ich liebe zwar Bücher als Objekte in meiner umfangreichen Bibliothek (Bücher sind der schönste Zimmerschmuck), aber ich bin in die Jahre gekommen und meine Augen werden schlechter. Das eBook ermöglicht mir schlicht mehr Lesekomfort

…Hund oder Katze?
Ich hatte 3 Hunde in meinem Leben, aber viel mehr Katzen. Ich mag also beide sehr gern, würde letztlich aber wohl der Katze den Vorzug geben. Wobei Hunde gesünder sind (man muss an die Luft).

…Tee oder Kaffee?
Den größten Teil meines Lebens habe ich nur Tee getrunken, und zwar richtigen Tee, nicht diesen Teebeutelmist, der mit Containerdreck befüllt ist. Ich hatte einen Samowar, der lief nonstop. Doch seit ca. 15 Jahren gibt es die Senseo Maschine, daher bevorzuge ich jetzt Kaffee, aber nur, weil das bequemer ist.

…roter oder grüner Wackelpudding?
Grün, auf jeden Fall!

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